24 June 2012

Rezension: Journey


"In 25 years of gaming
I never had a gaming experience like this."
 (theKleiner auf metacritics.com, 18. März)


Über diese interessante Aussage stolperte ich, bevor ich den Genuss kam, JOURNEY selbst zu spielen. Für mich als bekennender Symphatisant von thatgamestudios natürlich ein Satz, der mein Herz sofort höher schlagen ließ.


Und tatsächlich: Journeys ruhige und behutsame Art, fremde Spieler zusammenzuführen, hat auch in mir ein Gefühl von tiefster kindlicher Freude geweckt; ein bisschen so, als wäre ich in die Kindheit zurückversetzt und hätte gerade wortlos einen neuen Spielgefährten gefunden. Klingt irgendwie seltsam, nicht wahr? Macht aber nichts, denn genau so fühlte es sich bei mir an: wohlig, altbekannt und trotzdem neu.


Journey ist anders, ist schön, mitunter rein phantastisch, spielt sich zudem extrem geschmeidig und ist definitiv interaktive Kunst. Positiv überraschen wird den geneigten Spieler aber hauptsächlich die Tatsache, dass ihm das Spiel durch eine so einfache Simplifizierung gängiger Online-Mechaniken ein so unerwartet intensives Spielerlebnis bietet.

Journey ist aber auch kein Spiel für jeden. Gleich zu Beginn werden solche Spieler ausgesondert, die die Sache mit der falschen Erwartung angehen. Die Reise beginnt puristisch und vor allem extrem langsam, wobei grafisch milde Erinnerungen an Flower wach werden.

Die Demo, die mittlerweile auch in unserem Store erschienen ist, erscheint mir deshalb auch als äußerst kontraproduktiv, denn der wahre Charakter des Spiels kommt hier gar nicht erst zum Zuge. Spieler, die schnelle Action bevorzugen und die künstlerische Note nicht zu würdigen wissen, legen den Controller nach einer Viertelstunde weg. "Scheißspiel."

(Fan-Artwork - kein Screenshot)

Nein - ganz im Gegenteil! Wer mit seiner PS3 online ist (und das ist PFLICHT!) und das erste Level hinter sich gelassen lässt, erkennt bald die wahre und wahnsinnig schöne Natur des Spiels. Ich möchte aber auch nichts zu Genaues darüber schreiben, da sonst der Reiz des ersten Durchspielens flöten geht.

Also noch mal: Wer Außergewöhnliches mag und ein Kind der Freude ist, wird von Journey schwer beglückt werden; trotz seiner kurzen Spieldauer von 2-4 Stunden bei einem verhältnismäßig hohen Preis (12,99€). Ans Herz legen möchte Euch außerdem, das Spiel alleine oder höchstens zu zweit zu spielen, denn gerade die (zunächst) vorherrschende Einsamkeit und die Möglichkeit, sich völlig darauf einlassen zu können, macht den Reiz dieses Spiels aus.

Mit JOURNEY wurde ein weiterer Grundstein gelegt, damit Videospiele irgendwann als eigene Kunstform angesehen werden. Weiter so, Sony!

(Screenshot)

1 comment:

urc said...

1.) jaaaa, er lebt noch.
2.) der journey-post war längst
überfällig.
3.) grüße